
Mundo de autómatas von Domingo Santos – Klassische Science-Fiction, die erstaunlich aktuell geblieben ist
Hinweis: Dieses Buch wurde bisher nicht ins Deutsche übersetzt. Diese Rezension basiert auf meiner Lektüre der spanischen Originalausgabe.
Mundo de Autómatas ist ein kurzer Roman des Vaters der modernen spanischen Science-Fiction, Domingo Santos. Er zeigt eindrucksvoll, dass ein spanischer Science-Fiction-Roman aus den 1960er-Jahren auch heute noch erstaunlich relevant sein kann, wenn es um künstliche Intelligenz und unsere technologische Abhängigkeit geht. Empfohlen wurde mir das Buch vor Kurzem vom Buchhändler am Stand des Verlags Alberto Santos im Einkaufszentrum Madrid X.
Geschrieben in den 1960er-Jahren, beschreibt der Roman eine Zukunft, in der die Menschheit ohne Maschinen nicht mehr leben kann. Selbst für die alltäglichsten Aufgaben ist sie vollständig auf sie angewiesen, und ohne sie würde die Welt im völligen Chaos versinken.
Ohne es zu ahnen, beschreibt Domingo Santos eine ferne Zukunft, die heute vielleicht näher ist, als er sie sich damals vorgestellt hat.
Wie viele Klassiker der Science-Fiction weist auch dieser Roman Parallelen zu anderen Werken und Autoren auf. Sein Stil und der Umgang mit dem Thema Robotik erinnern stellenweise an Isaac Asimov. Das Setting ähnelt auch anderen Klassikern wie Träumen Androiden von elektrischen Schafen?, dem Roman, der als Vorlage für Blade Runner diente, sowie zu Neuromancer.
Wie hat mir Mundo de Autómatas gefallen?
Insgesamt hat mir das Buch richtig gut gefallen. Mundo de autómatas ist ein kurzer Roman, den man schnell durchgelesen hat und der sich angenehm flüssig liest. Er besitzt genau diesen besonderen Charme klassischer Science-Fiction, der gleichzeitig Zukunft und Vergangenheit vermittelt. Dieses Gefühl teilen viele großartige Klassiker ab den 1940er-Jahren. Man merkt, dass sie von der Zukunft erzählen, doch wenn man sie heute liest, wirken manche Ideen, die damals futuristisch waren, inzwischen fast schon nostalgisch.
Besonders beeindruckt hat mich, wie viele der Probleme und Ideen, die im Laufe des Romans angesprochen werden, auch heute noch erstaunlich gut auf unsere Gesellschaft zutreffen. Vielleicht nicht exakt in derselben Form, aber mit verblüffend wenigen Unterschieden.
Zum Beispiel, der Roman beschreibt das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine folgendermaßen: Maschinen seien „die willigsten Sklaven des Menschen, zugleich aber auch sein schlimmster Feind. Langsam und mit voller Absicht raubten sie ihm das Kostbarste, was er besaß: die Gabe der Intelligenz.“
Damit lag Domingo Santos gar nicht so falsch. Heute sind es zwar keine Wandroboter mehr, doch Smartphones, soziale Netzwerke und künstliche Intelligenz, von denen viele Menschen abhängig zu sein scheinen oder sogar süchtig sind, haben einen ganz ähnlichen Einfluss auf unsere Gesellschaft. Besonders betroffen sind die jüngeren Generationen, die mit all dem von klein auf aufgewachsen sind.
Der Autor übt außerdem deutliche Kritik an der Massenwerbung. Im Roman heißt es, Werbung habe den kritischen Sinn der Menschheit vollständig ausgelöscht. „Früher gab es Bedürfnisse, und bestimmte Produkte dienten dazu, sie zu erfüllen. Heute sind es die Produkte, die diese Bedürfnisse erschaffen und zugleich den Wunsch wecken, sie zu befriedigen.“
Eine Aussage, die heute überraschend aktuell wirkt. Konsumismus hat ein extremes Ausmaß angenommen, Werbung ist allgegenwärtig und unaufhörlich. In einer Welt, die von sozialen Netzwerken beherrscht wird, sind wir Konsumenten inzwischen selbst zur Werbung geworden.
Mir hat außerdem gefallen, dass sich der Roman so konsequent dem „Anti-Roboter“- beziehungsweise „Anti-KI“-Gedanken widmet und gleichzeitig anerkennt, dass der Mensch letztlich ohne Maschinen nicht leben kann. Die einfachsten Maschinen wurden schließlich erfunden, um das Leben der Menschen zu erleichtern. Genau darauf weist der Roman hin, als der Präsident der Konföderation der Nationen den Protagonisten erklärt, dass sie zwar eine neue Menschheit ohne Maschinen erschaffen wollen, diese aber irgendwann zwangsläufig wieder entstehen werden: „Doch wenn dort auf der Venus das erste eurer Kinder die erste Maschine baut, und sei sie noch so einfach, dann denkt an meine Worte. Vielleicht werdet ihr mir am Ende doch noch recht geben.“
Letztlich ist es ein Kreislauf, der sich immer wieder aufs Neue wiederholt.
Alles in allem zeigt Mundo de autómatas, dass gute Science-Fiction nicht altert. Wenn du klassische Science-Fiction magst, wird dir dieser Roman mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls gefallen!
Bewertung
Mundo de Autómatas, von Domingo Santos

Titel: Mundo de Autómatas
Buch Beschreibung: Mundo de Autómatas ist ein kurzer Roman des Vaters der modernen spanischen Science-Fiction, Domingo Santos. Er zeigt eindrucksvoll, dass ein spanischer Science-Fiction-Roman aus den 1960er-Jahren auch heute noch erstaunlich relevant sein kann, wenn es um künstliche Intelligenz und unsere technologische Abhängigkeit geht. Geschrieben in den 1960er-Jahren, beschreibt der Roman eine Zukunft, in der die Menschheit ohne Maschinen nicht mehr leben kann. Selbst für die alltäglichsten Aufgaben ist sie vollständig auf sie angewiesen, und ohne sie würde die Welt im völligen Chaos versinken.
Autor: Domingo Santos
Format: Paperback
Publisher - Orgnization: Alberto Santos Editor
Publisher Logo:
Veröffentlichungsdatum: 20. March 2025
ISBN: 9788412805246
Seiten number: 172
- Geschichte
- Charaktere
- Erzählung
- Unterhaltung
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